Bent Branderup


Mit nur 14 Monaten sagte Bent an Weihnachten "Jeg vil ha en hest" (Ich will ein Pferd haben). Seine weitere Lebensplanung war damit schon früh klar formuliert.

 

 

Bereits mit zwölf Jahren hatte er seine ersten Berittpferde. Diese bildete er für die umliegenden Bauern für das Ringreiten aus. Die Pferde durfte Bent im Gegenzug für die Jagd und Military nutzen. Mit vierzehn Jahren hatte er sein erstes selbst eingefahrenes Gespann. Im örtlichen Museum restaurierte er Kutschen und Geschirre und entdeckte sein Interesse und seine Liebe zu den historischen Hippologien. Bent gründete eine Museumssammlung für das in seiner Heimat Dänemark traditionelle Ringreiten und verfasste ein Buch zu diesem Thema.

 

 

Nach seinem Abitur verbrachte er erst einmal ein Dreivierteljahr auf Island, um hier die traditionelle Arbeit mit dem ursprünglichen isländischen Pferd zu erleben und zu erlernen. Bent plante ein Studium der Hippologie an der Universität. Bevor er richtig damit begann, wollte er in Spanien den Export und Einfluss spanischer Pferde auf barocke Zuchten erforschen. Nebenbei wollte er an der "Escuela Andalusa del Arte Equestre" die spanische Reitkultur erleben.

 

Eine lange Reise durch Europa begann. Bent besuchte Plätze von historischem und hippologischem Interesse. Island, Spanien, Deutschland - um nur einige Stationen zu nennen. Bent kehrte nie wieder zu seinem Studium zurück. Stattdessen blieb er in Spanien an der "Escuela Andalusa del Arte Equestre" in Jerez bei Don Alvaro Domecq und Don Javier Garcia Romero und studierte deren Arbeit. Die großartige Persönlichkeit und das breite Wissen dieser beiden Meister ihrer Zunft waren von größtem Einfluss auf Bents weitere Entwicklung. Durch Don Javier Garcia Romero kam Bent mit dem traditionellen spanischen Pferd in Kontakt.

 

Seine Reise ging weiter zu verschiedenen Meister der Reitkunst, um auch von diesen zu lernen. Unter anderem besuchte er Nuño Olivera in Portugal und Egon von Neindorff in Deutschland.

 

Bent traff 1988 auf den damals zweijährigen Knappstrupperhengst Hugin, der in einem katastrophalen Zustand war. Im darauf folgenden Herbst des Jahres '88 wurde Hugin zum Siegerhengst des Jahres gekört.

1991verletzte Hugin sich auf einer Deckstation bei einem Unfall schwer und kam mit drei gebrochenen Beinen nach Hause zurück, 1995 erblindete der Hengst völlig. Vor allem durch Hugin lernte Bent, die Dressur für das Pferd zu nutzen und nicht das Pferd für die Dressur. Hugin ist heute 25 Jahre alt, und immer noch in guter Verfassung bei der täglichen Arbeit.

 

Zusammen mit seinen Pferden lebt Bent auf seinem Hof in Dänemark. Seine Zeit widmet er vor allem deren Ausbildungen und der Erforschung alter Reitmeister. Er reist weiterhin viel in Europa, um seine Schüler in der akademischen Reitkunst zu unterrichten. Zu seinen Werken als Autor zählen u. a. die beliebten Bücher "Akademische Reitkunst" und "Reiten auf Kandare" (beide erschienen im Cadmos Verlag).   

 

Neben der Ausbildung seiner Pferde und seiner Schüler arbeitet Bent daran, Rassen wie den Fredriksborger und das im kompakt-barocken Stil stehende spanische Pferd zu bewahren.

Besonders der alte Typ ist für ihn von besonderem Interesse - Pferde mit langem Hals, barockem Kopf, hohen Bewegungen, guten Hanken und hervorragendem Charakter.

 

Jeden ersten Mittwoch im Monat gibt Bent auf seinem Hof Besuchern einen Einblick die Arbeit mit seinen Pferden. Dabei zeigt er Pferde in verschiedenen Ausbildungsstadien, von der Remonte an der Longe bis hin zum hoch ausgebildeten Schulhengst in den Schulen auf und über der Erde.

Der Public Evening beginnt um 18.00 Uhr, der Eintritt beträgt 20.00 Euro.

 

Mehr Informationen unter www.bentbranderup.de